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Hermann Burger, Schriftsteller

Hermann Burger, Schriftsteller

Hermann Burger
1942 - 1989

 

Hermann Burger wurde am 10.7.1942 in Menziken (Kanton Aargau) als Sohn eines Versicherungsinspektors geboren. Nach der Matura studierte er Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Zürich. Danach war er als Privatdozent für deutsche Literatur an der ETH Zürich sowie als Feuilletonredaktor beim "Aargauer Tagblatt" tätig. Ab 1979 begannen Burger schwerste Depressionen, abwechselnd mit manischen Phasen, heimzusuchen. Am 28.2.1989 wählte er in Brunegg den Freitod.

Als Burger 1976 mit "Schilten" seinen ersten grossen Roman vorlegte, waren die wichtigsten Bestandteile seines Schreibens schon da: Die Rollenprosa - im Bericht des Lehrers über seinen Unterricht, der den Tod zum Thema hat - der eigensinnige Sprachkosmos, diese zugleich hochartifizielle und phantasievolle Sprache, welche in "Blankenburg" (1986) ihren Höhepunkt erreicht; das Grundthema: die Einsicht, dass als einzig Sicheres der Tod gegeben sei und sich das Leben von diesem Brennpunkt aus entfalte. In "Die Künstliche Mutter" (1982), Burgers zweitem Roman, steigt der unter einem Zärtlichkeitsdefizit leidende Privatdozent Schöllkopf in einen Stollen im Gotthardmassiv, wo sich eine Erosklinik befindet. Der Autor schildert den schmerzhaften Befreiungsversuch des Helden von seiner Mutterfixierung, die ihn - als Körper- und Liebesverbot - vom lebendigen Leben abtrennt.

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