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Adolf Weber, Kunstmaler

Selbstbildnis
Adolf Weber,
1925 – 1996


Kontaktadresse:

Emmi Weber
Gässli 1
5737 Menziken

062 771 35 60

www.adolfweber.ch

  Portrait

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Adolf Weber ist ein bedeutender und über die Kantonsgrenzen hinaus geschätzter Künstler. Das riesige Werk, das er hinterlässt, zeugt von einem lebenslangen, beständigen Schaffen. Die Kunst Adolf Webers widmet sich der sichtbaren Welt: seine Malerei stellt dar, was der Maler gesehen hatte und wie er etwas sah. Er wählte die Motive, die er abbildete, aus seiner nächsten Umgebung und malte an Ort und Stelle. So konnte man Adolf Weber während Jahrzehnten draussen in der Landschaft oder auch bei ihm im Garten oder im Hause beim Malen antreffen.
Bei dieser Arbeitsweise vor Ort handelt es sich nicht um die Wiedergabe der typischsten Ansichten und Ausschnitte der Region, sondern um ein aufmerksames Betrachten des Raumes, worin man lebt. Adolf Webers Blick wendet sich daher an das Gesamte des sichtbaren Lebens, die Witterungen, die Jahreszeiten, die Feste oder die schlichten Ereignisse, die baulichen Veränderungen , das Blühen und Verwelken, den gedeckten Gartentisch, die Spiegelungen der Plakatwände in den Pfützen, das Schattenspiel der Äste auf dem Boden, die lebhaften Farben auf einer Schneedecke und im verstreuten Laub, ein Traktor auf dem Felde, Der Besen im Treppenhaus, frühe Schneeglocken, Schulkinder auf dem Heimweg, die fernen Berge am Horizont, die Ballung der Wolken.
Alles, worauf das Auge fallen kann, wird bildfähig, bildwürdig. Deshalb ist kein Gegenstand, kein Sujet zu gering, um ins Bild zu kommen oder Bild zu werden. Dies betont ebenso die Wichtigkeit des Schaffens selber, also die Bedingung, dass Bilder entstehen. Zu Adolf Webers Arbeitsweise gehört ein tägliches Schaffen, welches sich vornimmt, fortlaufend das Erschaute bildhaft umzusetzen und zu bewältigen. Dieses Schaffen verhält sich zum Augenblick als ein tätiges Dabeisein bei einem Geschehen. Den Maler interessiert in erster Linie die Empfindung, die das Schauen anbietet. Die Umsetzung mit Farben und Pinseln muss sich von Mal zu Mal bewähren. Die malerische Erfahrung überträgt sich nämlich nicht einfach auf das neue Bild, sondern besteht in der Aufforderung, sich ständig zu erweitern und zu überbieten.
Das Werk Adolf Webers, das zeitlebens Momente und Ereignisse beobachtet und darstellt, ist weniger Chronik dieser Region; es geht darin vielmehr um die Weiterentwicklung einer eigenen Art des Sehens, die sich in Malerei auszudrücken und zu übersetzen vermag. Von Anfang an meldet sich der Anspruch nach dem eigenen Stil an. Die frühen Werke der Fünfziger und Sechziger Jahre bestätigen das Abtasten verschiedener Richtungen und lassen selbst in der Auseinandersetzung mit den künstlerischen Vorbildern eine hohe malerische Qualität durchblicken. Die Siebziger und Achziger Jahre verstärken die Farbigkeit und etablieren einen energischen Farbauftrag. Regelmässige Studien wie die bekannten Tagebuchblätter, welche neben den Leinwandbildern entstehen, werfen zudem einen Blick auf das souveräne Können Adolf Webers in jener Zeit.
Die späten Schaffensjahre bringen eine beeindruckende Reihe sehr verdichteter Blumen- und Bachbilder hervor, die die gesamte malerische Erfahrung zu versammeln scheinen. In ihnen verwirklicht sich eine Leuchtkraft von erstaunlicher Intensität, die Adolf Weber im Grunde schon in frühen Bildern vorbereitet. An diesem Punkt lösen sich die Gegenstände von ihrer Ortsgebundenheit und die Malerei strömt aus sich selber heraus.

Claudius Weber

Biographische Notizen (verfasst von Adolf Weber in: Festschrift zum 65. Geburtstag, 1991)

Am 27. Dezember 1925 in Schiltwald geboren, wuchs ich aber in Menziken auf, wo meine Eltern das grossväterliche Bauernheimet übernahmen. Schon in der Reinacher Bezirksschule zeichnete und malte ich leidenschaftlich. Nach der Schule wurde ich Schüler von Kunstmaler Eugen Maurer in Beinwil am See. In Zürich konnte ich meine Studien bei Ernst und Max Gubler und Heinrich Müller fortsetzen. An der Ecole des Beaux Arts in Genf studierte ich weiter und unternahm 1948 eine Malerreise nach Holland. Reisen nach Italien und Frankreich folgten. Immer malend reiste ich auch in Portugal. Nach meiner Heirat mit Emmy Hintermann reisten wir gemeinsam nach Skandinavien und später nach Südfrankreich. Drei Kinder wurden uns geschenkt. Wir bauten mehrmals an unserem alten Hause, um brauchbare Wohn- und Atelierräume zu schaffen. Neben dem reichen landschaftlichen Schaffen entstanden viele Bildnisstudien und Figurenkompositionen. Eine einfache, reiche Welt rief nach Gestaltung. Ich entdeckte für mich auch die Originalgrafik und schuf viele Radierungen und Farbholzschnitte. Später konnten wir das benachbarte alte Pfarrhaus erwerben und renovieren. Damit wurde idealer Raum zum Arbeiten geschaffen, aber auch um dieses immer reicher sich verbreiternde Werk zu bergen.


Bibliographie:

  • Adolf Weber, Ausstellungskatalog, Kunsthaus Aarau, 1974
  • Das Tagebuch von Adolf Weber, Baden, 1983 (vergriffen)
  • Adolf Weber, Festschrift zum 65. Geburtstag, hrsg. Gemeinde Menziken,1991
  • Adolf Weber 1925 – 1996, Nachruf, hrsg. Fam. Weber, Menziken, 1996
  • Adolf Weber 1925 – 1996, Ausstellungskatalog, Kunsthaus Aarau,1998